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Herzlich Willkommen, Frau Veit
Wir begrüßen Sie herzlich im Diskussionsforum Familienfreundlicher Wohnort Hamburg und freuen uns auf 90 Minuten anregende Diskussion mit Ihnen. Vielleicht können Sie zunächst ein paar Worte zu Ihrer Person sagen?
Es grüßt Sie
C. Cohen (Moderation)





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Zur Person
von Carola Veit   |   06.11.2005 | 20:19  
Ich bin 32 Jahre alt, Juristin, und habe zwei Kinder (Paul, vier Jahre und Marie, vier Monate). Mein Mann hat sie gerade ins Bett gebracht :-) ... Im Parlament bin ich für Familienpolitik, aber auch für Stadtentwicklung zuständig. Gewählt worden bin ich als Abgeordnete für Hamburg-Mitte, speziell Veddel/Rothenburgsort.
Familienfreundlicher Wohnraum? (Moderator 06.11.2005 | 20:22)   
Und wo leben Sie in Hamburg? Gibt es in Ihrem Quartier genügend familienfreundlichen und bezahlbaren Wohnraum? Und was macht Ihrer Meinung nach überhaupt familienfreundlichen Wohnraum aus?
fragt
C.Cohen (Moderation)
Details
von Carola Veit   |   06.11.2005 | 20:28  
Familienfreundlich ist Wohnraum dann, wenn er in gesunder Umgebung genügend Platz zu erschwinglichen Preisen bietet. Aber das ist nicht alles: man braucht eine Infrastruktur, die den jeweiligen Stadtteil lebenswert macht. Also bezahlbare Kinderbetreuungseinrichtungen, möglichst eine Ganztagsschule, Angebote für Ältere usw. Nicht familienfreundlich ist es, egal in welchem Stadtteil, wenn Kita-Gruppen vergrößert werden, wenn Vorschulgebühren eingeführt werden, Büchergeld in den Schulen und, und, und. Kurz: Nicht familienfreundlich ist die Politik, die der derzeitige Hamburger Senat betreibt.
..und, und, und
von TOL   |   06.11.2005 | 20:38  
..was würde die SPD anders machen?
(Carola Veit 06.11.2005 | 20:49)   
weniger in "Leuchttürme" investieren und mehr für die soziele Infrastruktur tun. Statt wachsender Stadt: Menschliche Metropole. Konkret: Büchergeld abschaffen und Lernmittelfreiheit wieder einführen. Vorschulgebühren streichen und kein Essensgeld im Kindergarten kassieren. Nicht ausgerechnet dort Schulen schließen, wo Wohnungen familienfreunlich umgebaut werden (z.B. Rothenburgsort). Die Volkshochschulangebote für Ältere nicht zusammenstreichen. Familienhilfsangebote besser vernetzen.
Und wenn Sie jetzt nachfragen, woher das Geld kommen soll: man müsste nur zum Beispiel auf die unsinnige U 4 verzichten. Diese U-Bahn mit zwei Haltestellen in der HafenCity kostet fast 300 mio. ?.
Leuchttürme (dad 06.11.2005 | 20:57)   
Hallo Frau Veit,

diese Diskussion ist hier auch schon ausführlich geführt worden und viele Teilnehmer werden Ihnen zustimmen. Aber: Ist das nicht zu einfach gedacht? Kann man wirklich Investitionen in die internationale Wettbewerbsfähigkeit oder Attraktivität Hamburgs gegen die Bildungskosten ausspielen? Die Hafencity beispielsweise ist doch ein Coup von Herrn Voscherau gewesen und dessen Argumentation hört sich ganz ähnlich an, wie die Argumente des aktuellen Senats für seine Leuchtürme.

Gruß,

dad
(Carola Veit 06.11.2005 | 21:07)   
Hallo dad,

ich spreche mich hier nicht gegen die HafenCity aus, oder dagegen, dass Hamburg durch sinnvolle Investitionen noch attraktiver wird. Dabei liegt die Betonung aber auf sinnvoll. Nicht sinnvoll ist zum Beispiel eine U-Bahn, die in der HafenCity endet. Oder ein phallisches Hochhaus, irgendwo an den Elbbrücken, weil der derzeitige Bausenator ein Faible für Chicago hat.
Betreuung, Soziales
von TOL   |   06.11.2005 | 20:53  
Die SPD hatte Jahrzehnte Zeit, Betreuungsangebote zu schaffen. Die Vorschule war kostenlos, der Kindergarten teuer. Ist das sozial gerecht? Warum hat die SPD keine Ganztagsschulen aufgebaut? Warum hat die SPD keine Stadtbahn zugelassen?
(Papagena 06.11.2005 | 21:02)   
Hallo TOL,

ich glaube nicht, dass es Familien im Jahre 2005 viel bringt, darüber zu reden was früher war oder auch nicht war. Sinn dieses Forum sollte es sein, aktuelle Probleme von Familen in Hamburg zu diskutieren und Lösungen zu finden. Und überhaupt was hat die Stadtbahn mit Familienpolitik zu tun?

MfG Papagena
(Carola Veit 06.11.2005 | 21:02)   
Die SPD hat die Jahrzehnte genutzt. Bevor die neue Regierung ans Ruder kam hatte Hamburg bereits das beste Betreuungsangebot aller alten Bundesländer. Die Vorschule war kostenlos - stimmt. Der Kindergarten war teuer - ja, wenn man ein höheres Einkommen hatte. "Gemeinheiten" wie ein Essensgeld für die Pökse haben wir uns allerdings nicht einfallen lassen. Ganztagsschulen gab es auch bei uns schon, ich glaube an die 20, aber das massive Ausbauprogramm, das es jetzt in allen Bundesländern gibt, wird ja nicht von den Ländern finanziert. Das Geld dafür kommt vom Bund, und zwar aus rot-grünen Zeiten.
Was die Stadtbahn angeht: es stimmt, es hat ziemlich lange gebraucht, die SPD davon zu überzeugen. Aber am Ende war Eugen Wagner (Ex-Bausenator) einer der entschiedensten Verfechter. Dass die CDU jetzt bei der HafenCity wieder eine altertümliche U-Bahn bauen will, ist rein ideologisch begründet.
Ganztagsschulen
von TOL   |   06.11.2005 | 21:06  
... stimmt! Geld für Ganztagsschulen kommt vom Bund. Ganztagsschulen sind auf diese Weise alle Gymnasien geworden, allerdings ohne Konzept. Was würden Sie in da anders machen?
(Carola Veit 06.11.2005 | 21:27)   
Richtig, das war so nicht gemeint, dass das Geld nur bei den Gymnasien landet. Aber die Ausgestaltung unterliegt nunmal dem Bundesland. Mir gefällt auch nicht, dass diese an sich gute Betreuung durch rund zwölf Wochen Ferien leider für die meisten berufstätigen Eltern ganz erhebliche Probleme mit sich bringt, denn die haben maximal sechs Wochen Urlaub. Das Problem gibt es übrigens auch bei der von uns eingeführten Verlässlichen Halbtagsgrundschule.
Aber in Wahrheit bin ich nicht die Schulexpertin unserer Fraktion. Kompetenter wird Ihnen sicher meine Kollegin Britta Ernst (über:  Link antworten.


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Von: Moderator
06.11.2005 | 20:14
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